Solano

Eine kolumbianische Gemeinde engagiert sich für den Erhalt des Regenwaldes und den Klimaschutz

Die Gemeinde Solano liegt in der Provinz Caquetá im Wassereinzugsgebiet des Amazonas in Kolumbien. Auf einer Fläche von rund 41.000 km², was etwa der Größe Dänemarks entspricht, leben lediglich 12.000 Menschen. Die Bevölkerung ist größtenteils indigenen Ursprungs, wie die Coreguaje und die Uitoto, und lebt in sogenannten Resguardos. Der Großteil der Menschen in Solano bewohnt jedoch Unterkünfte im Hauptort am Rio Caquetá, dem Casco Urbano. In der Gemeinde gibt es nahezu keine Industrie. Landwirtschaft und Viehzucht bilden die wirtschaftliche Basis.

 


Der Regenwald hat eine existentielle Bedeutung für die indigene Bevölkerung

Das dünnbesiedelte Gebiet ist einerseits durch die Nähe zum Amazonas, den Regenwald mit seiner großen Biodiversität, die eine globale Bedeutung für den Klimaschutz hat, sowie eine breite Vielfalt natürlicher Ressourcen kennzeichnet. Anderseits ist Solano durch seine periphere Lage und eine fehlende Anbindung an die öffentliche Infrastruktur, insbesondere an das nationale Stromnetz, geprägt. Zur weiteren logistischen Herausforderung gehört, dass Solano nur über den Fluss erreichbar ist. Das Klima ist tropisch mit einer ganzjährigen mittleren Temperatur von knapp 26 Grad Celsius und einer durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge von etwa 3.300 mm, was der fünffachen Menge des Rhein-Kreis Neuss entspricht.

Solano ist die Gemeinde mit der höchsten Entwaldungsrate Kolumbiens – nicht zuletzt aufgrund des steigenden Drucks der Erdöl-Industrie, immer entlegenere Orte auszubeuten und damit zu zerstören. Für die indigene Bevölkerung ist der Erhalt des Regenwaldes jedoch von existentieller Bedeutung. Die kommunale Klimapartnerschaft zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und Solano hat deshalb den Regenwald- und damit den Klimaschutz zum obersten Ziel erklärt. Gleichzeitig sollen die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung durch den Ausbau erneuerbarer Energien und alternativer Einkommensquellen – nachhaltiger Kakaoanbau in Agroforstsystemen nach Bio- und Fairtrade-Richtlinien – verbessert werden.